02.04.2020

Das deutsche Festnetz in der Corona-Krise - eine Analyse.

Dampf-Plaudern, Video-Konferenzen, Binge-Watching und heiß laufende VPN-Connections zu den Firmenservern fordern Deutschlands Festnetze in der Corona-Krise aufs äußerste. Sind da Störungen oder Zusammenbrüche vorprogrammiert? Die Analyse birgt manche Überraschung.

Wenn Deutschland von der Netzqualität redet, werden die Anbieter oft gescholten und der Blick schweift neidvoll in die nahe Schweiz oder ins ferne Südkorea. Im Fokus steht dabei allerdings meist das Mobilfunknetz, dessen Ausbau seit Jahrzehnten von immer neuen Innovationen getrieben wird.

Doch mit der durch das grassierende Coronavirus verhängten Kontaktsperre rückt das Festnetz ins Zentrum des Interesses. Denn statt sich in Restaurants oder Kneipen zu treffen, ist auf einmal das Telefon das Mittel der Kommunikation mit Freunden und Verwandten. Statt in Fitness-Clubs, auf Spiel- und Sportplätzen oder bei Konzerten verbringt man die Freizeit in den eigenen vier Wänden, was Binge-Watching quasi von selbst zur Freizeitbeschäftigung Nummer 1 erhebt.

Statt Kollegen und Kunden in Meetingräumen oder auf Dienstreisen zu begegnen, stehen Video-Calls und Chats über Skype, Zoom und Microsoft Teams auf dem Dienstplan. Und statt Daten im eigenen Intranet von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz zu übertragen, werden sie jetzt über bandbreitenintensive VPN-Tunnel von einem Home-Offce über die Firmenzentrale ins nächste gesendet. Der so entstehende Traffic-Anstieg ist ein Worst-case-Szenario, auf das die Netze nicht vorbereitet sein konnten.

 

Messungen aus 52 Städten in Deutschland
Inwieweit sie dieser Herausforderung trotzdem gewachsen sind, hat connect durch seinen lange bewährten Festnetztestpartner zafaco GmbH prüfen lassen. Dabei wurden 110 für die Netzqualität entscheidende Netzparameter vom 1. bis zum 30. März untersucht, um zu sehen, wie sich die seit 13. März verhängten Kontaktbeschränkungen auf die genutzten Dienste auswirken.

Zur Analyse setzt zafaco über 52 Städte verteilte Messstellen ein, die die unterschiedlichen Leistungsklassen der Anschlüsse aller führenden Festnetz- und Breitbandanbieter berücksichtigen. Mit einer Stunde Wartungsfenster pro Tag werden 23 Stunden an 7 Tagen pro Woche und 365 Tage im Jahr die Qualitätskennwerte erfasst, aus denen sich ein extrem detailliertes Bild der Leistungsfähigkeit der Netzanbieter ergibt.

 

Fazit
Auch wenn es aufgrund der stärkeren Nutzung der digitalen Infrastruktur dazu kommen kann, dass punktuell einzelne Dienste, Regionen oder Netzübergänge überlastet sind, machen die Festnetzbetreiber Deutschlands in der Krise einen hervorragenden Job. Praktisch alle relevanten Dienste bleiben auf dem bekannten Qualitätslevel stabil.

Selbst die mit Billigung der Bundesnetzagentur zur Entlastung der Netze heruntergefahrene Video-Qualität ist so nah an dem vorher gekannten Standard, dass der Verlust den meisten Nutzern kaum auffallen dürfte. So zeigen sich trotz des Wachstums im Datenverkehr die deutschen Netze gut auf die Situation vorbereitet. Das ist eine große Erleichterung in der aktuell angespannten Situation.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Telefonie, den Datenverkehr und das Videostreaming in Deutschland? Weitergehende Informationen und Darstellungen finden Sie hier.